„Kräuterculture – Culturekräuter“
Kräuter kennen keine Grenzen
Ein Projekt für interkulturellen Austausch und Verbundenheit
Menschen unterschiedlichster Herkunft kommen zusammen, um gemeinsam in die Welt der Kräuter einzutauchen. Optimalerweise leitet eine kräuterkundige Person das Treffen an und bringt ein schönes Programm mit, in dem das Herstellen von Produkten aus Kräutern – wie Salben, Tees und mehr im Mittelpunkt stehen. Es geht darum, eine schöne gemeinsame Zeit zu haben und sich inspirieren zu lassen. Außerdem dienen die Kräuter als Medium, um eigenes Wissen aus anderen Ländern mit einzubringen, so dass alle Beteiligten neue Erkenntnisse gewinnen. Kräuter können wunderbare Botschafter unterschiedlichster Gebräuche und Gemeinsamkeiten sein und so die Grundlage für eine neue ehrliche Verbundenheit werden.
Wo könnte ein „Kräuterculture – Culturekräuter“ – Event stattfinden?
In jedem Gebäude öffentlicher Begegnung wäre das möglich: Bibliotheken, Gemeindehäuser, Begegnungsstätten, Vereinshäuser,… und eben im Besonderen in Einrichtungen und Vereinen, die sich um Geflüchtete und die Integration dieser kümmern.
Hintergrundwissen sammeln
Es ist sicherlich hilfreich, sich an einen Verein zu wenden, der bereits Erfahrungen mit Geflüchteten und Migranten hat, um sich über die spezifischen Eigenheiten der unterschiedlichen Nationalitäten zu informieren: Religionszugehörigkeiten und damit verbundene Tabus oder „No Goes“; Kriegsgeschichte und dadurch zu berücksichtigende traumatische Hintergründe… Doch, keine Sorge, Du musst kein Experte für diese Dinge werden. Behalte dieses Hintergrundwissen einfach im Hinterkopf, um so den Teilnehmenden einen sicheren Raum zu schenken. Das Thema Kräuter ist grundsätzlich eine wundervolle und unverfängliche Basis, auf die sich ein vertrauensbildender Austausch aufbauen kann.
Wer könnte dieses Event gestalten und wer daran teilnehmen?
Wenn es um Kräuter und deren Verarbeitung geht, sollte jemand diesen Nachmittag anleiten, der sich mit Kräutern auskennt und möglichst eine kleinere oder größere Ausbildung in diesem Bereich genossen hat; z.B. KräuterpädagogInnen, HeilpflanzenexpertInnen o.ä..
Es wäre schön, ein paar „Einheimische“ ins Boot zu holen und vielleicht zu gleichen Teilen MigrantInnen. Spannend ist auch, die Altersgruppen zu variieren, so dass man rückblickend weiter in die alten Bräuche schauen kann und auf der anderen Seite mit den Jüngeren neue Erinnerungen schaffen kann.
Was ist mit den Kosten?
Selbstverständlich ist Zeit heutzutage genauso wichtig wie Geld. Und so sollten sich die Organisierenden im Vorfeld überlegen, welchen Wert ihre Veranstaltungen haben und wie ein Ausgleich aussehen könnte. Es geht nicht darum, sich aufzuopfern, sondern darum sich zu verschenken; das bedeutet, die Kosten für Material- und Zeitaufwendungen eventuell unter den Teilnehmenden aufzuteilen oder einen beteiligten Verein zu bitten, Fördermittel dafür zu generieren. Man könnte auch öffentlich zu Spenden für die Umsetzung aufrufen. Solltest Du Deine Leistungen gerne unentgeltlich und ehrenamtlich anbieten wollen ist das natürlich die schönste Variante.
Wie sieht es mit Versicherungen aus?
Zum einen ist es gut, eine Haftpflicht zu haben, die das Lehren und den Umgang mit Kräutern abdeckt, wenn Du beruflich damit arbeitest. Ansonsten kannst Du ergänzend eine Vereinbarung schriftlich formulieren, die Deine Haftung für eventuelle entstandene Schäden bei Teilnehmenden ausschließt. Die lässt Du Dir dann zu Beginn der Veranstaltung unterschreiben. Mach Dir unbedingt ein klares Bild darüber, wer für was im Schadensfall haftet. Sprich mit dem Verein oder der Organisation, die die Räume zur Verfügung stellt.
Rechtliche Aspekte
Im Umgang mit Kräutern und bei der Herstellung von Kosmetika gibt es rechtliche Auflagen, die zu beachten sind. Hier nur einige Beispiele: Du bist nicht befugt, gesundheitlichen Rat zu erteilen oder Heilversprechen zu geben. Doch wenn Du eine Ausbildung in Sachen Heilpflanzen genossen hast, dann wurdest Du in rechtlichen Fragen gut geschult und musst Dich da nur noch einmal mit Deinen Unterlagen befassen.
Tue Gutes und sprich darüber!
Für ein solches Event, das mit viel Liebe und Nachdenklichkeit ins Leben geholt wurde, lohnt es sich, in den lokalen Medien und auch in den sozialen Medien darüber zu schreiben. Das sind die positiven Nachrichten, die wir heute brauchen. Hol gerne einen lokalen Reporter dazu oder schreibe eigenständig darüber und liefere anschauliche Bilder.
Teilen ist Heilen!
Diese Idee ist zwar von einer Person angeschubst worden, trägt aber den Wunsch in sich, weiter getragen zu werden. Also lass Dich inspirieren, setze gerne um und teile die Idee mit anderen in anderen Orten Deutschlands oder sonst wo auf der Welt. Lass dieses Projekt groß werden und sich von alleine weiterentwickeln. Teile gerne Deine Erfahrungen mit mir und anderen, so dass diese eventuelle Fehler vermeiden und das Rad nicht neu erfinden müssen.
Wie kam ich auf die Idee für dieses Projekt?
Dieses Projekt ist meine Antwort auf die aufgeladene Stimmung in unserem Land und in der Welt im Allgemeinen. Eigentlich möchte ich Politik nicht in meine Arbeit integrieren, doch ist dies wohl unvermeidlich, sobald man sich mit anderen Menschen und vor allem mit Kräutern beschäftigt. Die Menschen bringen Persönliches und soziale Interaktion mit sich, und die Kräuter wirken wie eine Schnittstelle zwischen Menschen und Natur. Hier geht es auch um Umweltschutz und um globale Entwicklungen wie Klimaveränderungen, Kriege und andere Konflikte. Ich verstehe mich als Erdenbürgerin und empfinde es als großes Privileg, Mensch zu sein und in einem sehr freien Land leben zu dürfen. Ich empfinde keine kollektive Schuld oder den Wunsch nach Wiedergutmachung vergangener Gräueltaten vorangegangener Generationen. Ich empfinde vielmehr das Bedürfnis, im Spiegel der Geschichte Verantwortung für ein gutes Miteinander zu übernehmen. Die Welt zu retten, ist nicht mein Ansinnen, doch im Kleinen in meiner Umgebung Einfluss zu nehmen und mitzugestalten, ist mein Herzenswunsch. So wird die Welt vielleicht doch zu einem zunehmend besseren Ort.
Sprich mich an!
Ich hoffe sehr, ich konnte Dich inspirieren! Sicherlich sind weitere Fragen aufgetaucht, die Du mir sehr gerne stellen kannst. Auch mit weiteren Ideen und Inspirationen kannst Du Dich gerne an mich wenden, damit ich diese mit anderen teilen kann. Ich verstehe das als Gemeinschaftsprojekt, das eine sehr lebendige Dynamik entwickeln darf.
Gemeinsamer Austausch
Noch weiß ich nicht, welche Plattform für gemeinsamen Austausch Sinn machen würde. Zunächst lasse ich die Fäden bei mir zusammenlaufen und würde Dich bitten, mir dazu Deine Gedanken mitzuteilen. Es gibt inzwischen so viele Möglichkeiten, doch ich möchte gerne die für die meisten gangbare wählen.
Wie könnte ein interkultureller Tag im Namen der Kräuter ablaufen?
Kräuter spielen in jeder Kultur eine Rolle; ganz gleich wo die Menschen herkommen, sie bringen immer Wissen über Kräuter und damit verbundene Geschichten mit. Vielleicht ist manchen das nicht mehr bewusst, weil die Erinnerung daran tief verschüttet unter leidvollen und tragischen Geschichten ist. Doch in einer gelösten Atmosphäre und einem freundlichen Miteinander bei einer Tasse Kräutertee kommen eventuell Erinnerungen an schönere Tage zurück.
So oder so ähnlich könnte sich ein Nachmittag im Sinne von „Kräuterculture – Culturekräuter“ entwickeln, wenn Deutsche, Migranten und Asylsuchende gemeinsam einen Tee trinken und sich auf eine kreative Zeit einstimmen. Das Medium der Verständigung sind die Kräuter und die Aktivitäten damit:
Vielleicht gab es auch Tee zu Hause. Erste Bilder steigen auf, Worte formen sich daraus und nehmen die anderen mit auf eine Reise in ein fernes Land. Die Sprache mag nicht ausreichen, das Innere auszudrücken, doch die Augen spiegeln Gefühle; ein Lächeln auf den Lippen, ein verträumter Blick, eine Hand, die sich unterstützend auf die Schulter legt. Jemand anderes spricht, beginnt zu erzählen, in gebrochenem Deutsch, vielleicht auch in seiner Muttersprache, während wiederum ein anderer übersetzt. Eine deutsche Teilnehmerin lauscht gespannt und beginnt ebenfalls, ihr Wissen in die Runde zu geben. Sie fragt auch nach einfachen Begriffen: Was heißt Blatt in Eurer Sprache? Wie nennt ihr diese Pflanze? Was heißt Blume?
Nach einer Weile hat sich die Stimmung im Raum deutlich verändert. Die anfängliche Befangenheit der sechs deutschen und der anderen sechs Teilnehmenden, die aus Syrien, Afghanistan und 2 Sudan und 1 Äthiopien kommen, hat sich aufgelöst. Alle habe ein Lächeln auf den Lippen und ein Funkeln in den Augen. Und eine neue Energie füllt den Raum: es ist die Neugier. Neugier auf die anderen, Neugier auf das, was noch kommt. Denn gleich würden sie gemeinsam eine Ringelblumensalbe herstellen. Das hat niemand von ihnen jemals schon einmal gemacht…